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Kunst und Künstler im Eifelkreise Daun

Georg Heller, Holzplastik von »Pitt Kreuzberg« (1937)

Mit zu den erfreulichen Erscheinungen des Kreisparteitages 1937 gehörte die von der Kreisleitung veranstaltete Ausstellung »Kunst und Künstler im Eifelkreise Daun«.

So klein Sie war, eins unterschied sie von so vielen anderen: Die Unmittelbarkeit mit der Sie uns umfing. So ist es auch kein Wunder, daß am Sonntag, wo doch die unterschiedlichen Gäste den Raum bevölkerten, uns nicht jenes bedrückte Schweigen aneiste, daß solche Ausstellungen oft so fremd macht. Hier tat in festlich gesteigertem Lebensgefühl heimatliches Volk aufnahmebereit vor die Darstellungen seines Ich, seiner Landschaft und siehe, es fühlt sich »daheim«. Da war es oft eine Freude, mit wachem Ohr diesen Sachverständigen nachzuwandern. Der erste Eindruck entschied, das Urteil kam auf Anhieb, und eine Berufung gab es dann nicht mehr. Damit soll nicht gesagt sein, daß Verbildung und Ungeschmack gerade selten zum Ausdruck gekommen wären, aber der Gesamteindruck war vorwiegend durchaus positiv. Uns scheint, daß gerade dieser unbestreitbare Erfolg der Ausstellung vorweg erwähnt zu werden verdient, gerade er muss auch unseren Künstlern Gradmesser sein für den Wert ihrer Arbeit, für das Maß ihrer »Volkwerdung«.

Das Gesamtbild der Schau wurde entschieden von der außerordentlichen Kraft des Malers Pitt Kreuzberg stark bestimmt. Seine vitale Farbgebung taucht das Ganze auch in jene Freundlichkeit, welche die kleine Schau so vollkommen in die sonnige Festlichkeit des Tages einklingen ließ. In Pitt Kreuzbergs Bildern fanden wie diesmal nicht viel von jener Schwermut, die oft das Bild der Eifel und auch gerade seiner Malerei bestimmt. Dafür kam in Gegensatz zu der gezeigten - oft ganz ungebrochenen - Farbigkeit der grandiose Formenreichtum der engeren Heimat umso wuchtiger zur Geltung. Sicher ist, daß bisher kein Maler das Aufbrechende und heroische der Vulkaneifel überzeugender gestaltet hat, als gerade Kreuzberg, der Jahrzehnte sich um Geist und Sprache dieser Landschaft gemüht hat. Solche Kunstgesinnung muß überzeugen, auch wenn im Einzelwerk einmal die Darstellung nicht mehr so unbedingt verständlich und volkstümlich ist, wie in dem wundervollen »Vorfrühling im Maarkessel«, einem Werk, das zu dem Reifsten gehört, das uns von Pitt Kreuzberg bekannt geworden ist. Im übrigen zeugten die ausgestellten 6 Arbeiten, auf die im einzelnen hier nicht eingegangen zu werden braucht, in ihrer Gesamtheit von der ungewöhnlichen Schöpferkraft dieses auf der Höhe seines Lebens schaffenden Mannes.

Fritz von Wille zeigte zwei liebenswerte Arbeiten, ein Bild vom frühsommerlichen Totenmaar und einen gutgesehenen Ausschnitt aus den Gerolsteiner Bergen. Seine Malerei ist im Ablauf eines langen Lebens Allgemeingut geworden und die Eifel hat in ihm ihren bisher wohl erfolgreichsten Verkünder gefunden.

Auch Georg und Magda Heller sind uns keine Unbekannten mehr. Georg Hellers große Plastik »Arbeit adelt« empfing den Eintretenden mit stolzem Anruf. Daneben überzeugten an Umfang kleinerer Arbeiten von dem Können dieses Bildhauers. Ein Männerbildnis in Bronze zeigte eine bemerkenswerte Lebendigkeit, ein Kinderkopf in gebranntem Ton gefiel besonders durch Liebenswürdigkeit. Auch der modellierte Kopf des Malers Kreuzberg fand viel Beachtung.

Von Magda Heller sahen wir u. a. an neuen graphischen Arbeiten 2 Linolschnitte, die in ihrer klaren Komposition und lebendigem Gehalt von sicherem Können zeugten. Bei Frau Heller fanden wir auch in der Schau der »Hellerkunst« 2 schöne Originalarbeiten: die Wandfriese »Ern??tanz« und »Die sieben Schwaben«. Im Übrigen einen ebenso schönen Deckenleuchter mit den bekannten Rinderfriesen. Ein sehr origineller Wegweiser, auf dem ein Kannenbäcker nach Speicher einlud, sollte manchem Bürgermeister »ins Auge gefallen« sein. Aehnlich möchten wir ihm noch oft begegnen.

Den Abschluß bildeten die Handgewebe der Heimweberei Schalkenmehren. Auch sie gehören in ihrer unbedingten Eigenart zu dieser Schau, die in ihrer Gesamtheit zeigen soll, welche Kräfte in unserem Kreis einer wirklichen Kultur den Boden aufbereiten und darüber hinaus in das deutsche Volk wirken sollen. In diesem Sinne sind die unter der künstlerischen Leitung von Frau Anna Droste-Lehnert entstandenen Handgewebe unserer Bauern rühmlich bekannt. Möge der Erfolg dieses Teiles der Ausstellung sich darin zeigen, daß in manchem Bauernherzen wieder ein wenig Liebe für dieses alte bäuerliche Handwerk aufkeimt.

So möchten wir auch abschließend der ganzen Ausstellung einen nachhaltigen Erfolg wünschen. Sie sollte, wie der Kreisleiter bei der Eröffnung betonte, ein Anfang sein. »Die Kunst gehört dem Volke«, das Volk hat aber auch den Schöpfer, den Künstler zu tragen, er ist ihre Aufgabe und Verpflichtung. Aus solcher Verbundenheit strömt erst die Wärme, entsteht erst das Leben, das unserem Eifelkreise in immer vielfältigeren Erscheinungen aufbrechen möge.


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